Levi-Strauss-Museum

Im frĂ€nkischen Buttenheim steht das Geburtshaus des Erfinders der wohl berĂŒhmtesten Beinkleider der Welt, Levi Strauss. Dort lebte er bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr, bevor er mit der Mutter und zwei Schwestern nach Amerika auswanderte. Allerdings ahnten die ca. 3000 Einwohner der Marktgemeinde, die zwischen NĂŒrnberg und Bamberg im Regnitztal liegt, bis in die Achtzigerjahre hinein nicht, dass Levi Strauss ursprĂŒnglich aus ihrem Ort kam.

Ein Brief aus Amerika, der 1983 den damaligen BĂŒrgermeister um Informationen ĂŒber den Geburtsort des Jeans-Erfinders bat, löste intensive Nachforschungen aus. Der Eintrag in der Geburtsmatrikel der Buttenheimer Judengemeinde und die Auswanderungsurkunde aus dem Staatsarchiv Bamberg bewiesen schließlich: Levi Strauss war ein gebĂŒrtiger Buttenheimer! Zugleich stellte sich heraus, dass sein Geburtshaus noch existierte. Es ist eines der wenigen erhalten gebliebenen Objekte aus dem Leben des berĂŒhmten Unternehmers, nachdem ein Erdbeben und nachfolgende BrĂ€nde im Jahre 1906 das Stammhaus des Jeans-Konzerns in San Francisco und mit ihm nahezu alle GegenstĂ€nde aus dem Besitz von Levi Strauss zerstörte. Ende der 1980er-Jahre beschloss der Gemeinderat von Buttenheim, das denkmalgeschĂŒtzte Fachwerkhaus, das gleichzeitig eines der Ă€ltesten GebĂ€ude des Ortes ist, zu kaufen und zu erhalten.

Unter Regie des Bamberger Architekten Christoph Gatz begann im Jahr 1992 eine aufwendige Sanierung, die das GebĂ€ude so originalgetreu wie möglich wiederherstellen sollte. Im Zuge der Renovierungsarbeiten machte man sich Gedanken ĂŒber die weitere Nutzung und schon bald nahm die Idee, dem berĂŒhmten Sohn der Marktgemeinde ein Museum zu widmen, Gestalt an.  Sowohl bei der Erneuerung der Fassade als auch bei der Gestaltung der InnenrĂ€ume stand die Zielsetzung im Vordergrund, den Fachwerkbau als wichtigstes AusstellungsstĂŒck fĂŒr die Besucher erlebbar zu machen. Das Geburtshaus entstand um das Jahr 1687, kurz nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg, und wurde ursprĂŒnglich als eingeschossiges Fachwerkhaus erbaut. Verschiedene Baumaßnahmen verĂ€nderten seine ursprĂŒngliche Form. Im Jahre 1723 erhielt das HĂ€uschen bei einem ersten Umbau grĂ¶ĂŸere Fenster, nur zehn Jahre spĂ€ter erfolgte die Aufstockung des Fachwerkbaus. Drei weitere Renovierungen samt Umbauten im 19. Jahrhundert gaben dem GebĂ€ude sein heutiges Aussehen.

Schon im Eröffnungsjahr wurde das 136 Quadratameter kleine Museum mit einem Preis ausgezeichnet, dem »Schmuckziegel des FrĂ€nkische Schweiz-Vereins«. Darauf folgten im Jahr 2001 der »Red Dot Award“, eine Art »Oscar« fĂŒr Design, und ein Jahr spĂ€ter wurde schließlich der wohl wichtigste Preis ĂŒberreicht, der „European Museum of the Year Award 2002«.  Aufgrund des großen Besucherandrangs und der vielfĂ€ltigen Projekte und Veranstaltungen waren schon kurze Zeit nach der Eröffnung die Grenzen der RĂ€umlichkeiten erreicht. Deshalb entschloss man sich 2009 zu einer rĂ€umlichen Erweiterung des Museums. Ein NachbargebĂ€ude konnte erworben werden und fĂŒgt sich nun, ergĂ€nzt durch einen winkelförmigen Neubau in konsequent moderner Fassadensprache, zu einem Ausstellungskomplex mit ĂŒber 500 Quadratameter GesamtflĂ€che.

Das erweiterte Museum bietet RĂ€umlichkeiten fĂŒr vielfĂ€ltige Themen und AktivitĂ€ten rund um die Welt der Levi’s Jeans. Neben einem eigenen Raum fĂŒr Sonderausstellungen entstanden ein gesonderter Bereich fĂŒr die museumspĂ€dagogische Arbeit sowie ArchivrĂ€ume, die eine konservatorisch optimale Lagerung der einzigartigen Sammlungsobjekte und ihre wissenschaftliche Aufarbeitung ermöglichen. Die großzĂŒgige Gestaltung des Eingangsbereichs mit kleiner Cafeteria und Museumsshop als »Visitenkarte« des Hauses lĂ€sst den Museumsbesuch zu einem Gesamterlebnis werden.

Die aufwendige Renovierung setzte auf QualitĂ€t in allen Bereichen. Aufgrund der jahrzehntelangen guten Erfahrung aufseiten der Planer und der ausfĂŒhrenden Malerbetriebe wurden fĂŒr den Innenanstrich und bei den Fassadenarbeiten mineralische Farben der Firma Keim verwendet.

Die AußenwandflĂ€chen der FachwerkgebĂ€ude wurden ebenso wie das WĂ€rmedĂ€mmverbundsystem des Neubaus mit »Keim Granital« gestrichen, einer Dispersionssilikatfarbe, die nicht nur extrem bestĂ€ndig, sondern auch umweltfreundlich und wirtschaftlich ist. Bei den Altbauten wurden die PutzflĂ€chen vor der Beschichtung zunĂ€chst gereinigt, hohle Putzstellen abgetragen, mit »Keim Spachtelmasse« verfĂŒllt und anschließend mit dem original Kalkputz angeglichen. SĂ€mtliche GebĂ€ude-InnenwĂ€nde erhielten einen Anstrich mit der hoch diffusionsfĂ€higen Sol-Silikatfarbe »Keim Innotop«.

Mehr als 10.000 GĂ€ste aus aller Welt besuchen jĂ€hrlich das Levi Strauss Museum und honorieren so die Arbeit der rĂŒhrigen Museumsleitung ebenso wie die gelungene Architektur und nicht zuletzt die Leistung des Menschen Levi Strauss, der samt seiner textilen Erfindung Geschichte schrieb.

Geburtshaus Levi Strauss Museum »Jeans & Kult«, www.levi-strauss-museum.de

Planung: ArchitekturbĂŒro Gatz, www.architekt-gatz.de

Keimfarben GmbH & Co. KG, www.keimfarben.de

AusfĂŒhrende Malerbetriebe:
Neubau: Malerbetrieb Förtsch, Bamberg
FachwerkgebÀude: Maler- und Restaurationsbetrieb Uwe Endres, Oberaurach-Kirchaich

Fotos: Michael Aust, Bamberg