Montag, den 25. Sep 2017

Immobilienkongress: Ist Deutschlands Gebäudebestand noch zu retten?

Die Deutsche Bank hat es vorgemacht, viele andere Immobilieneigentümer folgen: Milliardenbeträge werden in den kommenden Jahren in die energetische Gebäudesanierung fließen. Die Branchenkenner weisen darauf hin, dass tendenziell eher einzelne Objekte angegangen werden, die eine starke Präsenz am Markt einnehmen. Die Masse der Bestandsgebäude – vor allem außerhalb der für Investoren attraktiven Großstädte – würden künftig auf der Strecke bleiben.

Dies war ein Fazit der Fachdiskussion »Die Immobilie der Zukunft steht bereits: Alle wollen das Core-Büro«, die am 6. und 7. Februar 2012 auf dem Quo-Vadis-Immobilienkongress stattfand. »Leuchtturm-Projekte wie die Green Towers der Deutschen Bank oder der MesseTurm haben eine wichtige Signalwirkung. Nicht nur, weil sie allesamt Umweltzertifikate bekommen haben, sondern weil die Immobilien völlig neu im Markt positioniert werden konnten. Daher werden diese Projekte mit Sicherheit Nachahmer finden«, so Peter Tzeschlock, Vorstand der Drees & Sommer AG, die zahlreiche Gebäude- und Quartierszertifizierungen begleitet hat.

Nach Einschätzung von Tzeschlock wissen die Eigentümer inzwischen, dass sich nachhaltige Bestandsanierungen bei Core-Objekten rechnen. Und auch, dass sich bauliche und technische Erneuerungen auch im laufenden Betrieb und damit ohne allzu große Belastungen für die Mieter umsetzen lassen. Strategien für ganze Portfolios, die auch weniger gut gelegene oder attraktive Gebäude umfassen, seien bislang aber noch die Ausnahme. „Wer seinen Immobilienbestand optimal managen und zukunftsfähig machen will, kann es nicht bei spektakulären Einzelmaßnahmen belassen. Denn auch von Leerstand bedrohte Gebäude in B- oder C-Städten haben massiven Einfluss auf die Rendite“, so das Resümee von Peter Tzeschlock.

Am Anfang einer solchen Portfoliostrategie sollte eine umfassende Bestandsanalyse stehen, die sich in drei Schritte gliedert: die Lebenszykluskosten-Analyse, die Immobilienwert-Analyse und die Bilanz- beziehungsweise Gewinn- und Verlust-Analyse. »Wer den Immobilienwert steigern und die Betriebskosten reduzieren will, benötigt dringend die Transparenz einer Bestandsaufnahme. Wird der geeignete Zeitpunkt verpasst, riskiert der Bestandshalter unzufriedene Nutzer, funktionale Mängel müssen durch teure Einzelmaßnahmen behoben werden oder zu hohe Energiekosten werden zum Problem«, betonte der Drees & Sommer-Vorstand. Nachhaltigkeitsstrategien, die zudem auf die Liquiditäts- und Finanzierungsparameter einzelner Immobilien oder ganzer Portfolios abgestimmt sind, können unnötige Ausgaben reduzieren und dadurch eine negative Performance vermeiden. »Besser von Anfang an aktiv am Hebel sitzen, als später nur noch auf den Kostenaufwand reagieren zu können,« erklärte Tzeschlock zum Abschluss der Diskussion.

 

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