Samstag, den 15. Dez 2018

Architektur:

Energieeinsparung mit LED im Osnabrücker Zoo

 

70.000 kWh pro Jahr spart der Osnabrücker Zoo zukünftig allein durch den Wechsel seiner Leuchtmittel in den Tierunterkünften ein. Bei der derzeitigen Energiepreisentwicklung sind dies rund 10.000 Euro, um die die Stromkosten jährlich sinken werden.

Klima- und Umweltschutz sind Schwerpunktthemen eines modernen Tierparks. Der Osnabrücker Zoo hat deswegen ein umfassendes Energiesparkonzept u.a. mit Hilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Stadtwerke Osnabrück umgesetzt. Gerade beim verantwortungsbewussten Umgang mit Energie will man ein »leuchtendes Beispiel« sein. Ein lohnendes Feld, zumal die Lampen in vielen Tierhäusern auf dem Gelände am Schölerberg – zumeist konventionelle Leuchtstoffröhren – zwölf Stunden oder mehr pro Tag in Betrieb sind.

Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeits-Berechnung wurde ermittelt, wie »Stromfresser« sinnvoll durch sparsame Alternativen ersetzt werden können. Aus Sicherheitsgründen musste die Lichtleistung ohne Qualitätsverlust erhalten bleiben. Die Umstellung auf LEDs erwies sich als die beste Lösung, um langfristig Energie und Kosten zu sparen und zugleich der Vorbildfunktion des Zoos gerecht zu werden.

Insgesamt sollen in einem ersten Schritt 500 Leuchtmittel durch LEDs ersetzt werden. Gegenüber herkömmlichen Glühbirnen und Leuchtstoffröhren benötigen sie 60 bis 90 Prozent weniger Energie bei gleicher Lichtausbeute. Laut dem Elektroplaner Frank Hanneken vom Ingenieurbüro für technische Gebäudeausrüstung aus Wachtum handelt es sich sämtlich um sogenannte Kleinstverbraucher, die in der Masse den großen Unterschied ausmacht. Der Energieexperte Frank Stumpe, Geschäftsführer der Rümker Gruppe aus Georgsmarienhütte, hat das Energiesparkonzept mit dem Planungsbüro Hanneken gemeinsam entwickelt.

Dazu investiert der Tierpark rund 35.000 Euro. Für die Amortisation ist neben der direkten Stromeinsparung auch der deutlich geringere Aufwand für die Instandhaltung ausschlaggebend. Denn die LEDs halten laut Hersteller etwa sechs bis acht Mal so lange wie herkömmliche Leuchtstoffröhren.

Das bedeutet: Bei 500 Leuchten, die nicht mehr so häufig gewartet werden müssen, spart der Zoo in der Instandhaltung über die Lebensdauer der LEDs hinweg mehr als 700 Arbeitsstunden ein. Die Installation erfolgt in enger Abstimmung mit den Tierpflegern. Im Durchschnitt dauert dies pro Lampe rund 15 Minuten. Einzukalkulieren sind dabei nicht nur die weiten Wege auf dem Zoogelände. Viele der Tierhäuser müssen evakuiert werden, bevor die Haustechniker an die Arbeit gehen können.

 

Besondere Rücksicht zu nehmen ist zum Beispiel auf Elefanten und Giraf fen, die erst zum Frühjahr ihre Häuser verlassen werden. Die Mitarbeiter des Zoo haben zwischen Juli und Dezember 2011 zunächst 300 Leuchten in den Nashorn-Stallungen, den Vogelhäusern, im Affenhaus, im Südamerika-Haus sowie im Elefantenhaus ausgetauscht – in Letzerem allerdings zunächst nur die Zuwegung für die Pfleger. Die restlichen 200 sollen im Laufe dieses Jahrs folgen.

Von Bedeutung ist der ökologischen Nutzen: Während übliche Leuchtmittel – und erst recht die sogenannten Energiesparleuchten – als Sonderabfall zu behandeln sind, können die schadstofffreien LEDs nach Gebrauch einfach dem Reycling zugeführt werden.

Die Rümker Facility & Energy Management GmbH aus Georgsmarienhütte rüstet zurzeit einige Unternehmen mit der neuen LED-Technik aus und verwendet dabei die Produkte von InnoGreen aus Wilsum. Ausschlaggebend seien die nötigen Nachweise über Sicherheit und Effizienz, wie zum Beispiel das VDE-Zertifikat, über das nur wenige LED-Hersteller in Deutschland verfügen.

Angedacht ist, so Frank Hanneken vom Planungsbüro, nach Abschluss des derzeitigen Projekts neue Wirtschaftlichkeitsberechnungen für andere Leuchtmittel im Zoo anzustellen. Dazu gehören beispielsweise Halogenleuchten und Lampen, die weniger als zwölf Stunden täglich in Betrieb sind.


Rümker Gruppe, www.ruemker-gruppe.de

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