Dienstag, den 21. Nov 2017

Dachrinnen- und Schrägdachheizung

Tagelanger Schneefall, steile Dächer und plötzlicher Wetterumschwung bedeuten Dachlawinen! Auch vereiste Regenfallrohre und herabhängende Eiszapfen machen im Winter Sorgen – so auch den Betreibern von Schloss Lautrach. Im Sommer 2011 wurde deshalb das Gebäude mit einer elektrischen Dachrinnen-, Rohrbegleit- und Schrägdachheizung nachgerüstet.

Erst war das im Jahr 1781 erbaute Schloss Lautrach fürstäbtliche Residenz, später Erziehungs-Anstalt für höhere Töchter und ab 1922 Treffpunkt für Nobelpreisträger, Wissenschaftler und Künstler. Seit 1993 ist das heutige Management Centrum Schloss Lautrach (MCSL) führendes Weiterbildungsinstitut im deutschsprachigen Raum, deren Gesellschafter die IHK Schwaben und das Kolping-Bildungswerk in der Diözese Augsburg e.V. sind. Es beherbergt ein eigenes, mehrfach ausgezeichnetes Vier-Sterne-Hotel. Dazu gehören 80 Zimmer, 14 modern ausgestattete Tagungsräume, ein Business-Spa, exzellente Gastronomie und herausragende Kultur- und Sporteinrichtungen. Das angenehme Ambiente, die ruhige Lage inmitten des Schlossparks und die Nähe zum Bodensee machen Schloss Lautrach zu einem beliebten Tagungs- und Veranstaltungsort.

Die charakteristische Dacharchitektur des Schlosses mit seinen Gauben und den großartigen Schweifgiebeln war schon immer ein Blickfang. Allerdings stellte das so gestaltete Mansarddach die Betreiber von Schloss Lautrach Jahr für Jahr vor eine besondere Herausforderung: Insbesondere der Zugangsbereich wurde im Winter immer wieder zur Gefahrenzone. Mit Dachlawinen war jederzeit zu rechnen. Außerdem staute sich Schnee in den Giebelflächen und bildete gefährliche Eisplatten. Andere Teilbereiche des Daches waren ebenfalls extrem vereist und an den Dachrinnen hingen meterlange Eiszapfen.

Die Winter im Allgäu sind lang und schneereich. Und so kam es über die Jahre hinweg auch zu Beschädigungen an den Dachrinnen. Nach dem harten Winter 2010 / 2011 hatte sich das Management Centrum Schloss Lautrach zum Ziel gesetzt, rechtzeitig vor der nächsten Kälteperiode effiziente Gegenmaßnahmen zu ergreifen – in erster Linie, um die Sicherheit für Gäste und Mitarbeiter zu erhöhen. Man wollte aber auch weiteren Sachschäden vorbeugen und die unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz dauerhaft schützen. Eine in dieser Region vielfach eingesetzte elektrische Abtauheizung erschien als die sinnvollste Lösung. Dabei setzten die Entscheider auf langfristige Effektivität und wollten zudem sicherstellen, dass die laufenden Kosten für ein solches System auf Dauer gering bleiben.

Der leitende Haustechniker wandte sich an den Elektrofachhandwerksbetrieb Schober aus Legau, der unter anderem auf die Installation von Freiflächenheizungen spezialisiert ist. Eine ausführliche Beratung zeigte die Vorteile einer elektrischen AEG Dachrinnen- und Rohrbegleitheizung auf: zuverlässige, vollautomatische und energiesparende Funktion aufgrund des Eismelders bei völliger Wartungsfreiheit des Systems. Zudem befürwortete Elektromeister und Geschäftsführer Wolfgang Schober neben der Anbringung von Schneefanggittern im Bereich der Traufe vier teilflächige Schrägdachheizungen beim geschwungenen Giebel. Schleifenförmig verlegte Heizleiter sollten dort den Schneestau und die Eisbildung von vornherein unterbinden.

Nach sorgfältiger Planung kamen auf den Dachflächen bei den beiden Schweifgiebeln vier AEG Schrägdachheizungen zum Einsatz. Zudem wurden sämtliche Dachrinnen und Regenfallrohre mit einer AEG Dachrinnen- und Rohrbegleitheizung ausgerüstet. Sie schmelzen Schnee zuverlässig ab und verhindern Eisbildung, welche Rohre zum Platzen bringen kann. Schäden an der Hausfassade können somit wirksam vermieden werden. Die Schrägdachheizung ist mit insgesamt rund acht Quadratmetern Fläche verlegt, die Dachrinnen- und Rohrbegleitheizung entspricht etwa 500 Laufmetern.

Zum Einsatz kamen hierbei Heizleitungen der Ausführungen »DIC 30« und »SLH 25«. Das robuste DIC-Kabel wurde für die Dachflächen verwendet. Es hat eine spezifische Heizleistung von 30 W/m und besteht aus einem mehrdrahtigen Kupferheizleiter mit mehrschichtiger Isolierung, einem Schutzgeflecht aus verzinntem Kupfer sowie einem halogenfreien und UV-beständigen Außenmantel. In der Summe aller Eigenschaften bietet es auch bei Unwettern höchste Sicherheit und hält hoher Sonneneinstrahlung genauso stand wie tiefsten winterlichen Temperaturen. Selbstlimitierende SLH-Heizleiter mit 25 W/m übernehmen die energiesparende Frostfreihaltung der Rohre und Dachrinnen. Das selbstlimitierende Heizband mit zwei parallel geführten Kupferleitern, die durch ein spezielles Kunststoff-Halbleiterelement voneinander getrennt sind, führt bei steigender Temperatur zu niedriger Heizleistung. Bei fallender Temperatur steigt die Heizleistung und gewährleistet die Frostfreihaltung.

Beide No-Frost-Systeme – »DIC« und »SLH« – lassen sich mittels Abstandshalter und Rinnenschellen einfach montieren und sind optimal für die Ein-Mann-Verlegung geeignet. Zwei Eismelder »EM 30« sorgen für den sicheren und energiesparenden Betrieb. Diese befinden sich im Gebäude. Jeder Eismelder verfügt über einen Feuchtefühler und einen Temperatursensor. Aus den erfassten Daten ermitteln die Steuerungen den optimalen Einschaltzeitpunkt, der knapp über dem Gefrierpunkt liegt. Sämtliche Systeminformationen lassen sich beim »EM 30« über das LC-Display abrufen. Individuellen Ansprüchen werden Einstellmöglichkeiten für Feuchteempfindlichkeit, obere und untere Temperaturschwelle sowie Mindestheizzeit gerecht. Das Management Centrum Schloss Lautrach hat sich zudem für eine manuelle Ein-/Ausschaltung des Systems entschieden, sodass die Dachrinnen- und Schrägdachheizung erst dann in Betrieb genommen wird, wenn der Winter tatsächlich vor der Haustür steht. Zudem lässt sie sich vorzeitig abschalten, auch wenn die Tage noch immer kalt sind, aber Schnee nur noch als Matsch am Straßenrand liegt.

AEG Haustechnik, www.aeg-haustechnik.de

Fachwissen

Bauinformationen

Bautechnik

Gebäudetechnik

Termine