Samstag, den 15. Dez 2018

Architektur:

Universelle Gebäudekommunikation

 

Das Haus der Wirtschaftsförderung in Hannover ist eines der früheren Werke von Peter Behrens. Der vormalige Maler wurde als Architekt und Designer und Architekt Mitbegründer des Deutschen Werkbundes. Die damaligen Gummiwerke Continental AG ließ das Gebäude zwischen 1912 und 1914 als Verwaltungssitz errichten. Heute befindet sich das denkmalgeschützte Gebäude im Besitz der Stadt Hannover und beherbergt verschiedene Organisationen aus Stadt und Region. Ein Teil der Büroflächen wird an Startup-Unternehmen und Selbständige vermietet. Die Stadt Hannover sanierte das Gebäude nun umfassend.

In der Haustechnik setzte der Eigentümer bei der gebäudeinternen Kommunikation auf das neue IP-basierte Installationssystem »Siedle Access«, das laut Siedle auf den kommenden Standard, die Netzwerktechnik, setzt. Für Planer bietet diese neue Technik eine Menge Vorteile. Herkömmliche Systeme bedurften eines hohen Planungsaufwandes; so müsste frühzeitig festgelegt werden, welche Kommunikationsmittel wie Sprechanlagen und Türstationen zum Einsatz kommen sollen und wo diese aufgestellt werden. Dementsprechend wurde zentrale Schaltanlagen geplant und der Bedarf an Elektroleitungen berücksichtigt und installiert.

 

Mit »Siedle Access« wird die Gebäudekommunikation kompatibel zum weltweit einheitlichen Netzwerkstandard. Es nutzt die bekannte strukturierte Verkabelung und Datenübertragungsprotokolle, die von der Telefonie bis zur Mediensteuerung die gemeinsame Basis zahlreicher Anwendungen bilden. Mit dem Netzwerkstandard und der damit einhergehenden digitalen Übertragung werden die alten Reichweitenbeschränkungen der Analogtechnik aufgehoben. Auch die die Anzahl der Gesprächswege oder Videoverbindungen lässt sich fast beliebig erweitern. Die sogenannte IP-Adressierung lässt sehr hohe Teilnehmerzahlen von mehr als 1000 Teilnehmer zu. Dazu hat Siedle eine Software entwickelt, deren Bedienoberfläche vom Designchef Eberhard Meurer hervorragend gestaltet wurde und die sich, davon konnte sich die Redaktion überzeugen, sehr einfach bedienen lässt.

Das Haus der Wirtschaftsförderung erlaubte der Denkmalschutz an der Vorderfront des Gebäudes keinerlei Kommunikationstechnik. Der Haupteingang bleibt während der Bürozeiten offen und wird erst gegen Abend geschlossen. Besucher melden sich außerhalb der Öffnungszeiten am rückwärtigen Eingang beim jeweiligen Büro. Die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung verschaffen sich Zutritt über eine integrierte Zutrittskontrolle. Im Innenbereich sichern separate Sprechanlagen mit Kartenlesern die jeweiligen Bereiche. Haustelefone gibt es nicht, die gesamte Kommunikation erfolgt über analoge und digitale Telefonanlagen. Per Telefon sprechen die Mitarbeiter mit dem Besucher vor der Tür und öffnen die Tür. Die Kamera am rückwärtigen Eingang spielt ihre Videobilder auf den Concierge-Arbeitsplatz am Eingang. Ein handelsüblicher PC übernimmt sämtliche »Concierge«-Funktionen und nimmt Rufe entgegen, wenn Büros nicht besetzt sind.

Die heterogene Nutzung des Gebäudes verlangt eine Kommunikationstechnik, die sich wechselnden Anforderungen anpasst und ohne viel Aufwand ausgebaut werden kann. Der öffentliche Bauträger setzte deshalb mit »Access« bewusst auf die IP-Technik von Siedle. Entscheidend waren vor allem die Erweiterungsmöglichkeiten, die »Access« bietet, sowie die flexible Einbindung der vorhandenen Telefonanlagen.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude hat beträchtliche Ausmaße. Vermietet sind derzeit nur die Räume bis zur zweiten Etage, die dritte und vierte Etage sind noch ungenutzt. »Siedle Access« ist laut Unternehmensangaben nahezu beliebig skalierbar und bietet die Möglichkeit, die weiteren Stockwerke bei Bedarf einfach per Netzwerkkabel anzubinden – ein entscheidender Vorteil bei einem weiteren Ausbau, aber auch bei Umnutzungen oder Erweiterungen innerhalb der derzeit vermieteten Räume.

 

Sehr komplex waren die Anforderungen der verschiedenen Mieter im Gebäude. Diese sichern ihren Bereich jeweils mit einer eigenen Audiosprechanlage, die ihr Signal über das Netzwerk und die TK-Anlage auf die Telefone der einzelnen Mitarbeiter schickt. Im Haus der Wirtschaftsförderung sollten klassische TK-Anlagen und VoIP-Systeme integriert sowie unterschiedliche Anforderungen der jeweiligen Systemadministratoren berücksichtigt werden.

Die Anbindung der Türkommunikation an die Telekommunikationsanlage ist flexibel und leicht erweiterbar. Auf klassische Haustelefone wurde zunächst verzichtet, sie können jederzeit zusätzlich betrieben werden, ein Netzwerkanschluss genügt. Ebenso einfach werden PCs mittels Software-Client zur Video-Sprechstelle. Das IP-basierte System schafft mit der einmal installierten Netzwerktopologie eine extrem flexible Basis für jede von den späteren Mietern gewünschte Nutzung.

S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG, www.siedle.de/access

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