Donnerstag, den 23. Nov 2017

Neue Sicherheit für Verbundabdichtungen

Normen haben es nicht immer leicht, mit der technischen Entwicklungen Schritt zu halten: So geschehen auch bei den Bodenabläufen in Bad- und Sanitärräumen. Der Erfolg der Duschrinne hat den Bäderbau nachhaltig beeinflusst – und dem bodenebenen Ablauf in gefliesten Böden zu einer Renaissance verholfen. Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren fliesenseitig das Verlegen im Dünnbettverfahren durchgesetzt. Die Haustechnik-Industrie und die Bauchemie liefern seither individuell geprüfte Produkte in die Praxis. Doch wenn auf der Baustelle Dünnbett-Dichtschlämme und Duschrinne auf dem Boden der Tatsachen zusammenfinden, dann öffnet sich plötzlich eine Normenlücke – denn es gibt ein großes Angebot und weit und breit keine gemeinsame normative Grundlage. Die Frage stellt sich: Ist das dann letztlich auch dicht? Und was, wenn nicht?

Auf Initiative des Emsdettener Haustechnik-Spezialisten TECE – nach eigenen Angaben Marktführer in Duschrinnen – wurde eine Reihen-Dichtigkeitsprüfung bisher ungekannter Dimension initiiert: Das komplette TECE-Sortiment, Rinnen der TECE-Tochter Basika und Handelsmarken derselben Bauart wurden in einer Kombinationsprüfung mit mehr als 50 verschiedenen Dünnbettabdichtungen auf Dichtigkeit geprüft. Die Prüfungen erfolgten durch die KiwaTBU in Greven, einem vom DIBt zugelassenen Prüfinstitut. Bei der Dichtigkeitsprüfung wurden hierbei Rinnen und Punktabläufe in Normbehältern 28 Tage lang mit einer Wassersäule von 20 Zentimetern beaufschlagt. Das Ergebnis ist ein normenübergreifendes Prüfsiegel für Dichtigkeit: »Seal System«.

Laut TECE Technikchef Martin Krabbe hilft »Seal System« hilft bei der Überwindung einer Normenlücke. Die Firmen TECE und Basika haben laut Krabbe das Potenzial der Idee erkannt und »Seal System« mit Nachdruck unterstützt. Die konstruktiven Komponenten des »Seal System« sind Dicht-Elemente; ein Butylkautschuk-Dichtband für Duschrinnen mit Edelstahlflansch und die »Seal System« Dichtmanschette für Punktabläufe. Richtig verarbeitet bieten beide hohe Sicherheit für Dichtigkeit – und ein Zertifikat als Brücke zwischen Fliesenleger-Handwerk und Haustechnik-Installation. Die Zertifikate sollen Planern und Verarbeitern die Sicherheit bringen. »Seal System« verweist vom Start weg auf eine hohe Abdeckung der am Markt befindlichen Produkte auf beiden Seiten, Punkt- und Linienabläufe sowie Bauchemie. Die acht beteiligten Ablaufmarken können bereits auf mehr als 500 Kombinations-Zertifikate verweisen.

Die Basis-Zertifikate sind in einem 272-seitigen Handbuch zusammengefasst, das zum Standardwerk der Verbundabdichtung an Punkt- und Linienentwässerung in Sanitärräumen werden könnte. Neben den Zertifikaten nahezu aller marktgängigen Verbundabdichtungen finden sich darin auch wichtige Informationen rund um Normen und um die Verarbeitung der beschriebenen Systeme bis hin zu Themen wie Brandschutz oder Schallschutz. Die entscheidenden Zertifikate sind auch online erhältlich – auf der Internetseite www.sealsystem.net. Sie sollen Sicherheit schaffen unter den Gewerken – und Klarheit, wenn offene Haftungsfragen den Bauablauf zwischen Haustechnik und Fliesenleger-Handwerk behindern könnten.

 

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