Dienstag, den 26. Sep 2017

Werner Sobek entwarf elegantes Dachtragwerk der Arena de São Paulo

 Am 12. Juni startet die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Austragungsort für das Eröffnungsspiel ist die neu errichtete Arena de São Paulo, Heimstätte des Traditionsclubs Corinthians. 65.800 fröhliche Fans verfolgen dort nicht nur die Partie Brasilien gegen Kroatien, sondern später auch Achtel- und Halbfinalspiele.

Bei der Planung der Arena de São Paulo holte sich das Architekturbüro CDCA aus Rio de Janeiro im Februar 2011 einen Partner ins Boot: Für die weit spannende Dachkonstruktion zeichnet der Stuttgarter Ingenieur und Architekt Werner Sobek verantwortlich. Werner Sobek hat schon seit Beginn seiner Karriere vor über 30 Jahren Erfahrungen mit Dachtragwerken großer Spannweite gesammelt: sei es beim Rothenbaum-Stadion in Hamburg, bei Sportstadien inSt. Petersburg, Turin und Bagdad, bei den Neubauten der Messen in Shanghai und München oder beim neuen Flughafen in Bangkok.

Der Planer entwarf ein besonders elegantes, leicht gewölbtes Stadiondach, das mit einer Gesamtabmessung von 200 mal 245 Metern die Zuschauerränge auf allen vier Seiten überspannt und über dem Spielfeld eine große Öffnung lässt. Überzogen ist es mit einer hellen, textilen Außenhaut.

Den Bau übernahmen brasilianische Unternehmen, die in ihren Werkshallen die einzelnen Stahlträger zu transportfähigen Modulen zusammensetzten und vor Ort montierten. Dabei kam es Ende November 2013 zu einem tragischen Unfall: Ein Baukran brach während der Montagearbeiten zusammen und stürzte auf das größtenteils fertiggestellte Dach. Zwei Arbeiter kamen ums Leben, weitere wurden verletzt.

Laut Werner Sobek war die Unglücksursache kein Konstruktionsfehler. Das Dachtragwerk sei, so der Ingenieur, sorgfältig geplant und absolut sicher. Fans und Spieler dürfen sich auf ein unbeschwertes Fußballfest in der Arena de São Paulo freuen.“

Trotz der Verzögerungen – nach dem Unglück ruhten die Arbeiten vorrübergehend – sind inzwischen alle Schäden am Dachtragwerk behoben. Nach Abschluss der letzten Arbeiten ist das Stadion nun rechtzeitig zum Auftakt der 20. Fußballweltmeisterschaft betriebsbereit.

Fotos: Marcus Bredt

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