Samstag, den 15. Dez 2018

Architektur:

Bauen im Bestand mit dem sogenannten 5D-Bauwerksmodell

Marc Aßmann ist Steinmetz und Steinbildhauermeister, Bautechniker, Restaurator im Handwerk, Projektsteuerer Bau, Projektmanagementfachmann sowie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator in Personalunion. Der Unternehmer hat sich nach langjähriger Tätigkeit als Abteilungsleiter bei der Firmengruppe Bauer AG seit 2003 mit der PRONAG mbH sein eigenes Standbein in Dresden geschaffen.

Die Projektmanagement Bau & Naturwerksteingesellschaft mbH schult, berät und unterstützt Unternehmen bei ihren Bauprojekten. In das umfassende Leistungsportfolio des Dresdner Büros fließen sämtliche Erfahrungen des Firmengründers ein, die er in seiner eigenen Laufbahn innerhalb der Baubranche in Theorie und Praxis gesammelt hat. Als Manager steht Marc Aßmann neuen Technologien offen gegenüber und konzipiert maßgeschneiderte Lösungen für viele Aufgaben im Bereich des Baubetriebs.

Die Planung, Simulation und Visualisierung von Bauprojekten mit 5dimensionalen Modellen ist eine neue Leistung der PRONAG. Marc Aßmann begleitet Unternehmen dabei, durch neue Arbeitsprozesse eine Unternehmensstruktur zu schaffen, die am Ende von den wirtschaftlichen Mehrwerten von 5D-Planung und –Bau profitiert. Er selbst betrachtet die modellorientierte Arbeitsweise im Bauwesen als einen Quantensprung innerhalb der Branche.

 

Aktuell betreut Marc Aßmann mit der Hollerung Restaurierung GmbH im sächsischen Vogtland und der in Weimar ansässigen Preuße & Rätsch Gruppe zwei bundesweit tätige, mittelständische Unternehmen im Umfeld der Denkmalpflege. »Eine Branche, in der es noch viel Potential bei der Modellierung von Geschäftsprozessen gibt«, wie der Unternehmer erkannt hat. Denn in der Denkmalpflege konzentriert sich die Planung oft verstärkt auf die technische Qualität; wirtschaftliche Aspekte fließen teilweise nur bedingt ein. Die Konsequenzen: Probleme werden auf die Baustelle verlagert. Am Ende können vereinbarte Termine und Kosten nicht eingehalten werden. »Die Lösung beim Bauen im Bestand liegt in einer exakten Bestandserfassung und Maßnahmenplanung«, erklärt er. »Ist diese detailliert und präzise, so sind die Kosten durchweg transparent, Risiken werden erkannt, bevor sie entstehen und das Ergebnis ist auch unter wirtschaftlichen Aspekten perfekt«, ergänzt er.

Selbstverständlich erfordert eine gute Planung in der frühen Projektphase zuerst einen Mehraufwand. Dieser rechnet sich jedoch in der Bauzeit und, nicht zu vergessen, in den Kosten. Das Mittel dafür: Ein durchgängiges Kostenmanagement, das über eine integrierte IT-Infrastruktur zentral gesteuert wird. Bei Marc Aßmann via der Software für Building Information Modeling (BIM) »Revit« von Autodesk und »iTWO-5D« von RIB, der Software, die das klassische Aufgabenspektrum von Planung, AVA bis Bauleistungskontrolle um durchgängig visuelle, modellbasierte Verfahren erweitert. So schließt sich der Kreis für technische und wirtschaftliche Planungsaufgaben. Auch die Projektdokumentation kann deutlich schneller erledigt werden. Bei eigenen Projekten verzeichnet der Unternehmer aus Dresden bereits eine durchschnittliche Zeitersparnis von rund 20 prozent. Bei seinen Kunden, die 2012 die produktive Arbeit mit dem IT-System starten wollen, geht er von ähnlichen Mehrwerten in der Praxis aus.

 

Der von Marc Aßmann entwickelte Content für das RIB-Softwaresystem »iTWO Business Suite« ist mit umfangreichen Katalogen bestückt: 14.000 Kostenarten, die nach Produktgruppen gegliedert sind und 26.000 Artikel. Diese sind in »iTWO« und »Revit« durchgängig integriert, sodass Prüfungen im 3D-Plan sowie auch in der Kalkulation zu jeder Zeit möglich sind. Dazu kommen ein vorgefertigter Baustellengemeinkostenkatalog für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen, der exakt an die Anforderungen eines Unternehmens und dessen projektbezogene Aufgaben angepasst werden kann, sowie ein ebenfalls vordefinierter Bauarbeitsschlüsselkatalog, den Unternehmen - je nach Anforderung - auch ergänzen können.

Alle Bauaufgaben können mit Hilfe der IT-Lösung innerhalb des Musterleistungsverzeichnisses so kalkuliert werden, dass sie für den Nachweis und zur Dokumentation von Störungen im Projektverlauf eingesetzt werden können. Zusätzlich kann, sofern gewünscht, ein Leistungslohn ermittelt werden. Mit Hilfe eines intelligenten, exakt definierten Merkmalekataloges sind die Unternehmen darüber hinaus in der Lage, Ausführungs-, Transport- und Rüstzeiten für die Kalkulation exakt zu klassifizieren. Alle kalkulierten Ansätze werden in einem Vorgangsmodell hinterlegt. Schließlich werden die Istzeiten erfasst und dienen als Vorlage, um zukünftige Kalkulationen stets exakt anzupassen. Außerdem fungieren sie als Controlling-Instrument.

Ein entscheidender Vorteil bietet sich mit Hilfe der transparenten Lösung beispielsweise bei Nachträgen, die aufgrund mangelnder Leistungsbeschreibungen zustande kommen. Marc Aßmann: »Diese können dank der Stammkalkulation vorerst ausgeblendet und im Auftragsfall entsprechend wieder schnell hinzugezogen werden.«

 

Klare Benefits, die auf der Hand liegen. Dennoch stehen die meisten Unternehmen im Umfeld der Denkmalpflege der 5D-Planung mit »iTWO-5D« mit gemischten Gefühlen gegenüber. »Die Hemmschwelle ist oft groß, da die Betriebe die Notwendigkeit für eine derart detaillierte Planung teilweise nicht erkannt haben«, weiß Aßmann. »Der Fokus innerhalb der Branche schließt wirtschaftliche Betrachtungen nicht immer mit ein. Meine Aufgabe besteht darin, den Firmen die Mehrwerte aufzuzeigen und sie an die neue, modellorientierte Arbeitsweise schrittweise heranzuführen.«

Das RIB-System wird im Bereich Denkmalpflege laut Unternehmensangaben sehr gut akzeptiert. Der Grund: Die Unternehmen sind meist mit dem Vorgänger »ARRIBA« vertraut, ein Softwaresystem mit einer deutschlandweit enorm hohen Marktverbreitung. »»iTWO« bietet alle etablierten Funktionalitäten für den Baubetrieb, die die Unternehmen in der Arbeit mit »ARRIBA« kennen und schätzen gelernt haben, plus die hoch innovativen Möglichkeiten einer umfassenden 5D-Planung», berichtet Aßmann. »Haben die Unternehmen die Mehrwerte einer Datendurchgängigkeit, beispielsweise den erheblich reduzierten Aufwand, da sich manuelle Aufgaben durchweg minimieren, verinnerlicht, steht einem Umstieg praktisch nichts mehr im Wege. Nicht alle Unternehmen halten sich wie ich an das Sprichwort von Konfuzius: »Wer in den Fußstapfen anderer läuft, der kann nicht überholen.« Sind sie allerdings einmal auf der Überholspur angekommen, dann preschen sie kontinuierlich nach vorne«, so Aßmann abschließend.

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