Samstag, den 25. Nov 2017

Textilbewehrte Betonfassadenelemente

Eine Innovation in der Textilbewehrung von Betonfassadenplatten hat die Firma V. Fraas Solutions in Textile GmbH entwickelt und in Betonfassaden von Hering Bau integriert. An der Fassade eines Neubaus der Technischen Universität Dresden kommen die textilbewehrten Fassadenplatten »betoShell BIG« von Hering Bau mit dem technischen Textil »SITgrid« von V. Fraas erstmalig zum Einsatz. Hier wurden 530 Fassadenelemente in Abmessungen bis 1,30 x 2 Meter und einer Stärke von nur drei Zentimeter montiert. 1.070 Quadratmeter Fassade wurden so gestaltet.

Der Neubau des Institutsgebäudes der Fakultät Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden sollte in der Außengestaltung die Nutzung des Gebäudes widerspiegeln. Da das Gebäude vom Institut für Baustoffkunde bezogen wird, sollte ein besonders innovativer Werkstoff für die Fassadengestaltung gewählt werden. So planten Schubert Horst Architekten aus Dresden eine weiß eingefärbte, vorgehängte, 3-D-textilbewehrte Betonfassade mit abgesäuerter Oberfläche aus »betoShell BIG«-Elementen mit dem integrierte technischen Textil »SITgrid« und machten damit das Gebäude zum Pilotprojekt für diesen innovativen Beton. »betoShell BIG« mit integriertem »SITgrid« besitzt die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik.

Das besondere des neuen Fassadensystems ist die Bewehrung in Form eines 3-D-Textils. Sie besteht aus zwei Textillagen im Abstand von 10 Millimeter, die durch sogenannte Polfäden drucksteif miteinander verbunden sind. 3-D-Textilien zeichnen sich im Verbund mit Materialien wie Beton oder Kunststoff durch enorme Tragfähigkeit bei äußerst geringem Eigengewicht aus. Der Firma V. Fraas Solutions in Textile GmbH ist es gelungen, eine Fertigungsstraße zu entwickeln, mit der diese 3-D-Textilbewehrungen erstmals in großen Abmessungen hergestellt werden können. Damit ist es möglich geworden, schlanke und leichte Betonfassadenplatten in großen Abmessungen von bis zu 1,20 x 2,40 Meter zu produzieren. Zum Vergleich: Eine mit Stahl bewehrte Fassadenplatte vergleichbarer Größe müsste aufgrund des Korrosionsschutzes eine Dicke von mindestens 80 Millimeter haben.

Die Vorteile eines dünneren und leichteren Wandaufbaus mit textilbewehrten Betonelementen sind vielfältig. Zum einen kann eine dickere Dämmung eingesetzt werden ohne dass sich die gesamte Gebäudehülle vergrößert. Das geringere Gewicht der dünneren Architekturbetonplatten erleichtert den Transport und die Montage. Geringere Lasten an der Fassade benötigen weniger hohe statische Anforderungen. So eignen sich textilbewehrte Betonfassaden besonders für die energetische Fassadensanierung, aber auch für Neubauten. Weitere Vorteile ergeben sich aus ökologischer Sicht: Bei den dünnwandigen textilbewehrten »betoShell«-Elementen werden im Verhältnis zu einer vergleichbaren stahlbewehrten Fassade bis zu 80 Prozent der für die Fertigung benötigten Ressourcen eingespart. Es werden nicht nur Rohstoffe geschont, sondern auch bei Herstellung, Transport und Rückbau Energie gespart und weniger CO2-Emissionen freigesetzt. Das gilt auch im Vergleich mit anderen Fassadensystemen.

Dünnere und schlankere Betonelemente bieten mehr Freiheit in der Fassadengestaltung. Zusätzliche individuelle Gestaltungsmöglichkeiten ergeben sich in den unterschiedlichsten Möglichkeiten der Oberflächenbearbeitung von »betoShell«. Neben Pigmenten und verschiedenfarbigen Gesteinskörnungen oder Glaszuschlägen und der Variation der Formen können »betoShell«-Fassaden verschieden behandelt werden, z.B. gestrahlt, geschliffen oder gesäuert.

Bau 2013, Messestand 4 in Halle B0
V. Fraas Solutions in Textile GmbH, www.solutions-in-textile.com

 

 

 

 

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