Donnerstag, den 23. Nov 2017

Lokale Betonsanierung

Umwelteinflüsse, Verarbeitungsfehler und starke Belastungen bei der Nutzung können Gründe für Schäden an Betonbauwerken sein. Sie müssen rechtzeitig erkannt und fachgerecht behoben werden, um statische Folgeprobleme zu vermeiden. In vielen Fällen wird bei der Sanierung die Armierung freigelegt, entrostet, vor erneuter Korrosion geschützt und wieder verschlossen. Besonders effektiv und zugleich schonend für den Bestand sind in diesem Zusammenhang Wasserhöchstdruck-Strahlgeräte.

Bei der Kunsteisbahn am Königssee im Berchtesgadener Land ist ein besonderes Sanierungsproblem zu lösen: Im Beton verlegte Rohre sind beschädigt und müssen erneuert werden, wodurch das lokale Abtragen des Materials notwendig wird. Im Inneren der 15 bis 30 Zentimeter starken Fahrrinne wurden rund 70 Kilometer lange Rohrleitungen verlegt, durch die als Kältemittel Ammoniak fließt. Jedes Jahr ab Mitte Oktober wird der auf bis zu - 10 °C gekühlte Beton mit einem feinen Wasserstrahl besprüht, wodurch sich langsam eine Eisdecke aus 70 Schichten aufbaut. Die Anlage wird regelmäßig auf schadhafte Stellen geprüft. Wenn Leitungen – beispielsweise aufgrund brüchiger Schweißnähte – undicht werden, tritt Ammoniak aus, das in den Baustoff eindringt und langfristig zu Rissen führt. Nach einer Vorreinigung der Oberfläche sind Verfärbungen zu erkennen, die darauf schließen lassen, dass die Rohrleitungen Kältemittel verlieren. Um die defekten Bereiche ausbessern zu können, muss der Beton abgetragen werden. Ein Aufstemmen mit dem Presslufthammer ist nicht möglich, da es das umliegende Bauwerk in Erschütterung versetzt und zu Schäden an den angrenzenden Kühlsträngen führen würde. Die Wasserhöchstdruckmethode überträgt hingegen kaum Körperschall, so dass Spannungsrisse vermieden werden. Mit der eingesetzten Wasserkraft werden die Rohrleitungen in keinster Weise verletzt.

Zeitsparend und gründlich
Auch Beton an verwinkelten und schwer zugänglichen Stellen, etwa zwischen Bewehrungsstäben, kann mit dem Verfahren zeitsparend entfernt werden. Ein Vorteil: Da der Abtrag mit Wasser erfolgt, ist der Beton bereits durchfeuchtet und aufgeraut, so dass im Anschluss neuer Beton sofort aufgetragen werden kann.

Druck und maximale Fördermenge als entscheidende Faktoren
Beim Abtrag ist eine genaue Kenntnis der Parameter des Betons, wie die Lage der Bewehrung, für die erfolgreiche Wasserstrahlbearbeitung wichtig. Entscheidend für das Ergebnis ist die mechanische Leistung des Gerätes, die sich unter anderem aus Wassermenge, -druck und dem gewählten Wasserwerkzeug zusammensetzt. Bei der Betonsanierung kommen Geräte mit einem Betriebsdruck von 1.000 bis 2.500 bar zum Einsatz. Bei händischen Sanierungsarbeiten ist zu beachten, dass die Rückstoßkraft der Pistole die gesetzliche Obergrenze von 150 N bzw. bei der Arbeit mit Körperstütze 250 N nicht überschreitet. 

WOMA GmbH, www.woma.de

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