Samstag, den 25. Nov 2017

Kilden Performing Arts Centre von ALA Architects aus Helsinki

Wie eine riesige Welle schwappt die geneigte, frei geformte Fläche auf der Eingangsseite des Kilden Performing Arts Centre über die Köpfe der Besucher. Direkt am Meeresufer im ehemaligen Industriehafen der südnorwegischen Stadt Kristiansand gelegen, soll der Kulturmagnet die alte Brache beleben. 2005 ging das Architekturbüro ALA Architects aus Helsinki als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervor. In Zusammenarbeit mit dem  Büro SMS Arkitekter entstand bis Januar 2012 das aktuell wichtigste gebaute Kulturprojekt Norwegens.

Das Gebäude beherbergt drei voneinander unabhängige Kulturinstitutionen: das Agder Regional Theater, das Kristiansand Symphony Orchestra und das regionale Opernensemble Sør. Insgesamt verfügt der Neubau über 2270 Plätze, die sich auf vier aneinander gereihte Säle verteilen – einen Konzertsaal, einen Theater- und Opernsaal, einen Mehrzwecksaal sowie eine Studiobühne für zeitgenössisches Theater. Die jeweiligen Unterseiten der auskragenden Zuschauertribünen, die sich alle auf der Meerseite des Gebäudes befinden, bilden die funktionale Grundlage für die gekrümmte Fassadenfläche. Während drei Seiten des ansonsten zurückhaltenden Baukörpers über schwarze Aluminium-Fassaden verfügen, empfängt die Eingangsseite die Besucher mit einer großen Geste: die dem Meer zugewandte, gläserne Fassade ist hundert Meter lang.

Eine gigantische, stützenfreie Stahlkonstruktion trägt auf der Oberseite die Zuschauertribünen. Die Bühnenuntersichten sind in einer unregelmäßigen Wellenform mit  massiven Eichenholzbrettern verschalt – eine Reminiszenz an die Geschichte der Stadt, die im 17. Jahrhundert aufgrund des Exports von Eichenholz als Baumaterial für Segelschiffe zu Wohlstand gekommen war.

Mit der monumentalen, abstrakten Form der Wand aus lokalem Eichenholz wollen die Architekten nach eigener Aussage die Fantasie von der Wirklichkeit trennen. Die Zuschauer sollen sich durch das Gebäude bewegen als wäre das »Reich der darstellenden Künste« eine natürliche Landschaft. Besondere Bereiche sind dabei Foyer und Eingang: Den Veranstaltungssälen vorgelagert befinden sie sich unter dem Schwung des Holzdaches, nur durch eine Glashaut vom Außenraum getrennt. Diese schneidet sich in einer schnurgeraden Linie förmlich in das gewellte Dach ein. Lediglich die Ecken zu den seitlichen Abschlüssen sind sanft gerundet. Mit einer Breite von jeweils drei Metern und Höhen von etwa zwei Metern fügen sich die Glaselemente parallel zum Meeresufer in eine zurückhaltende Stahlkonstruktion. Oben schließen Modellscheiben die Fassade zur welligen Decke ab. Mehr als 300 Quadratmeter »GEWE-therm sun« Sonnenschutzgläser von Schollglas bilden einen durchlässig wirkenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Ein Aufheizen oder Auskühlen der Räume über die große Glasfläche wird durch ihre spezielle Beschichtung vermieden, die  optimalen Sonnen-, UV- und Blendschutz bietet. Darüber hinaus lässt die vorspannfähige, unempfindliche  Sonnenschutzbeschichtung etwa 62 Prozent des Lichts ins Gebäudeinnere. Die dezent strukturierte Glaskonstruktion verwandelt sich tagsüber von außen in eine Fläche, die ihre Umgebung spiegelt. Die Durchsicht des Glases von innen nach außen wird dadurch nicht beeinträchtigt. Mit einem Gesamtenergiedurchgang von 33 Prozent sorgt die Glasfassade mit ihren günstigen Sonnenschutzeigenschaften für ein angenehmes Raumklima. Der Ug-Wert von 1,0 W/m²K unterstreicht die Wärmedämmqualitäten dieser neuen Generation von Sonnenschutzgläsern. 

Schollglas GmbH, www.schollglas.com

Objekt: Kilden Performing Arts Centre, Kristiansand/NO 

Bauherr: Teater og Konserthus for Sørlandet IKS, Kristiansand/NO

Architekt: ALA Architects, Helsinki/FI in Zusammenarbeit mit SMS Arkitekter, Kristiansand/NO

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