Samstag, den 25. Nov 2017

Sommer- und winterlicher Wärmeschutz mit Profilglas

Doppelschaliges U-Profilglas ermöglicht es kostengünstige Fassaden und Lichtöffnungen zu verglasen. Durch den Einsatz einer transluzenten Wärmedämmung im Profilglas passt sich die Fassade den modernen energetischen Anforderungen auf wirtschaftliche Weise an und setzt gestalterisch einen Höhepunkt. So geschehen beim neuen Fertigungswerk des Esslinger Automobilzulieferers J. Eberspächer GmbH & Co. KG. Im sächsischen Wilsdruff werden zukünftig ca. 350 Mitarbeiter mit modernster Fertigungstechnologie Abgasanlagen nach der künftigen Euro 6-Norm für Nutzfahrzeuge herstellen und von Wilsdruff aus LKW-Hersteller europaweit beliefern.

Das Berliner Architekturbüro DIA179 übersetzte die Anforderungen an Logistik und Produktion des Automobilzulieferers in einen anspruchsvollen Entwurf. Ziel war es, neben der Umsetzung der Fertigungsabläufe in eine funktionierende Produktionsstätte, für die Mitarbeiter Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sie sich wohlfühlen, und die die Modernität des Unternehmens widerspiegelt.

Die von DIA179 in zwei konzentrischen Kreisen mit einem Innenhof geplante Fertigungsstätte liegt idyllisch oberhalb des Elbtales und erinnert optisch an ein UFO. Im Mittelpunkt des Erdgeschosses werden die Grundprodukte für die Filter produziert. In den vier angrenzenden - wie Flügel in die Landschaft ragenden und frei über 42,50 Meter spannenden Produktionshallen fertigt Eberspächer auftragsbezogen Abgasanlagen für die jeweiligen LKW-Hersteller.

Jede Produktionshalle hat einen eigenen Warenausgang und schließt an den mittleren dreigeschossigen Gebäudekomplex an. Dieser beinhaltet oberhalb der Produktionsebene produktionsnahe Büros mit direktem Sichtkontakt in die Hallen sowie Besprechungs-, Umkleide- und Sozialbereiche. Auch Schulungs- und Konferenzräume und eine große, um den innenliegenden Lichthof gelegene Cafeteria sind hier angeordnet. Von hier gelangen die Mitarbeiter direkt über je eine zentrale Treppe und einen Aufzug in die einzelnen Hallen. Kurze Wege zeichnen das Bauwerk aus. So benötigen die Mitarbeiter sowohl von den Parkplätzen auf dem Firmengelände als auch von der Bushaltestelle nur wenige Minuten bis hin zum Arbeitsplatz.

Für den Einsatz von Profilglasfassaden bei einem Industriebauprojekt sprechen laut Planungsbüro DIA179 sowohl architektonische und als auch preisliche Gründe, denn dieses ist eine ästhetische sowie wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Fassaden.

Die verglasten Flächen in den Innenrundungen im Lichthof wie auch die der Treppenhäuser und Fluchtstege bringen Licht in die Räumlichkeiten. Das Problem bei großen Glasflächen ist allerdings der sommerliche und winterliche Wärmeschutz. Allerdings sollte auf eine technisch aufwändige Verschattungsanlage verzichtet werden. Um daher den Wärmeschutz realisieren und gleichzeitig der Energieeinsparverordnung zu entsprechen, entschied man sich für den Einsatz der transparente Wärmedämmung »TIMax GL-PlusF« der Bielefelder Wacotech GmbH & Co. KG.

Im Gegensatz zu Glasfassaden in Pfosten/Riegel-Konstruktion können mit einer transluzenten Wärmedämmung im Profilglas Fensterräume ohne Rastermaß in beliebigen Längen endlos und in einer Höhe bis max. sechs Metern ausgefüllt werden. Das lichtstreuende Glasgespinst »TIMax GL-PlusF« weist gegenüber der Standardvariante »TIMax GL« eine höhere Dichte aus, hat einen Wärmedurchgangskoeffizient von Ug = 1,2 W/(m2K) und wird stärker als die Standardvariante komprimiert. Daraus resultieren ein optimierter Wärmeschutz und ein verbesserter Sonnenschutz.

Die Wärmedämmung, die die bauphysikalischen Werte der Glasfassade deutlich verbessert, wird in doppelschaligem Profilglas eingesetzt und füllt den Glaszwischenraum vollständig aus. »TIMax GL-PlusF« ist temperaturstabil bis 100°C und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Das UV- und formstabile aber flexible Glasgespinst streut das einfallende Licht und leuchtet den Raum nahezu schlagschattenfrei aus. Direkte Sonneneinstrahlung und eine damit einhergehende Blendwirkung werden verhindert.

Das Material »TIMax GL-PlusF« besteht aus sehr dünnen, gesponnenen Glasfasern, die mit einem lichtstabilen Binder versehen und zu einem leichten und lichtdurchlässigen Glasgespinst verwoben sind. Durch die eingeschlossene, stehende Luft wird eine optimale Wärmedämmung erreicht und gleichzeitig bei guter Lichtdurchlässigkeit eine starke Lichtstreuung erzielt. Darüber hinaus führt das Material zu einem angenehmen Raumklima durch eine schlagschattenfreie Verteilung des einfallenden Lichtes, ist ein guter Sonnen- und Blendschutz und bietet damit Schutz vor sommerlicher Überhitzung. Ein überaus wichtiger Aspekt. So kann mit »TIMax GL-PlusF« im Profilglas eine Verbesserung des g-Wertes auf 0,25 erreicht werden.

Projektdaten
Baujahr: April 2011/ Anfang 2012
Bruttogeschossfläche: 32.500 Quadratmeter
Umbauter Raum: 246.750 Kubikmeter
Nutzfläche gesamt: 28.035 Quadratmeter
Glastyp: ca. 5.000 Quadratmeter Pilkington »Profilit«, K25/60/7 Klar, »Slim Line« sowie mit »Plus 1,7« - (Wärmeschutz) und »Amethyst«-Beschichtung
TIMax GL-PlusF: ca. 775 Quadratmeter

Projektbeteiligte
Bauherr: Eberspächer Exhaust Technology Wilsdruff GmbH & Co. KG, www.eberspaecher.com
Generalplaner: DIA 179 german industry architecture GmbH, www.dia179.de
Glashersteller: Bauglasindustrie GmbH, www.pilkington.com und www.profilit.com
Industriebauglas: Rieser Glasbau GmbH & Co. Montage-KG, www.rieser-glasbau.de
Transluzente Wärmedämmung: WACOTECH GmbH & Co.KG, www.wacotech.de

Fotos: Manfred Jahreiss

 

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