Samstag, den 25. Nov 2017

Sommerlicher Wärmeschutz ergänzt Energiekonzept

 

Steinbach liegt 15 Kilometer von Frankfurt am Main entfernt. Weder Stadt noch Dorf entspricht die 10.000-Seelen-Gemeinde im Taunus ganz dem Klischee des viel zitierten »urban sprawl«. Vor 20 Jahren leistete sich hier eine damals junge Familie ein Reihenhaus. Es war finanzierbar, die Arbeitswege kurz und für eine gute Schulbildung der Kinder gesorgt. Als der Nachwuchs flügge wurde, tauchten die ersten Gedanken auf, wie sich das Leben gestaltet, wenn das Nest erst einmal ganz leer ist. Die Enge innerhalb der Reihenhaussiedlung, die feststehende Raumzuordnung über drei Geschosse und die unzureichende energetische Beschaffenheit ließen den Entschluss reifen, ein zweites Haus auf neuestem technischem Stand zu bauen.

Für die Grundriss- und Raumgestaltung hatten die Bauherren den Anspruch, architektonische Qualität, Minimierung des Energiebedarfs und Ökologie unter einem Dach zu vereinen. Rat suchte die Familie beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Die Entscheidung fiel schließlich für den Bau eines Passivhauses in Holzbauweise. Damit leistete die Familie einen wichtigen Beitrag für ihre Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, was sich besonders im Rentenalter als großer Vorteil erweist, wenn für den Lebensunterhalt vielleicht weniger Geld zur Verfügung steht. Die Nutzung passiver Komponenten bildet die Grundlage für das erfolgreiche Energiekonzept. Angefangen bei der hoch speicherfähigen Gebäudehülle über das kompakte Volumen bis zur optimierten Ausrichtung zur Sonne. Die große Dachfläche nach Süden ermöglicht einen wirtschaftlichen Betrieb der 12kWp-Photovoltaik-Anlage mit einem Nettoüberschuss von mehreren Tausend Kilowattstunden im Jahr.

Die Neigung der Dachfläche und die Einbindung der Photovoltaik-Anlage in den Dachrand sind so geschickt gewählt, dass die Module vom Straßenniveau aus kaum wahrnehmbar sind. Die glatte, dunkelglänzende Fläche hebt sich wohltuend von den typisch blauen, aufgesetzten Elementen der Nachbarbebauung ab. Die Raumwärme innen wird durch einfache Low-Tech-Prinzipien wie den Einbau einer massiven Lehmwand im Wohnraum und die Verwendung von schweren Gipsfaserplatten unterstützt. Als sommerlicher Wärmeschutz wurden Raffstore von Roma gewählt. Sie überzeugen durch ihre Ästhetik und sorgen dafür, dass Sonnenstrahlen bereits vor dem Fenster abgefangen werden – die Innenräume heizen sich weniger auf. Damit wird im Sommer der Energieverbrauch für Ventilatoren und Kühlgeräte reduziert. Der wesentliche Vorteil dieser Sonnenschutzsysteme: Sie blockieren die Sonneneinstrahlung, aber verdunkeln die Räume nicht. Drinnen bleibt es immer schön hell.

 

Die Verteilung der Räume wurde auf die ästhetischen Ansprüche der Bauherren abgestimmt. Während die Schlaf- und Nutzräume in erster Linie funktional angeordnet sind, zeigen die Aufenthaltsräume Weite und Offenheit auch in der vertikalen Verbindung. Ein brüstungshoher Überzug ermöglicht nicht nur eine über die gesamte Breite des Hauses reichende Galerie im Obergeschoss, er sorgt auch für den stützenfreien Wohn- und Küchenbereich. Mit der vorherrschenden Farbe Weiß ergibt sich eine geschossübergreifende räumliche Großzügigkeit, die für die Größe des Hauses überrascht.

Zum zweiten Mal bauen heißt auch, an das Alter denken. Ohne auch nur den geringsten Anschein an barrierefreies Bauen aufkommen zu lassen, ist an alles gedacht, was ein Leben mit gesundheitlichen Einschränkungen angenehm macht. Ein kleines Apartment für Pflegepersonal lässt sich ebenso schnell einrichten, wie die Trennung in zwei unabhängige Wohnungen um diese vermieten zu können. Mit einer so durchdachten Lösung lässt sich dem Alter gelassen entgegensehen.

Roma KG, www.roma.de

 

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