Montag, den 25. Sep 2017

Dacheindeckung mit Dichtungsbahn

Das Deutschen Roten Kreuzes in Wolfsburg brauchte mehr Platz, daher entschloss sich die Leitung der örtlichen Kreisstelle das vorhandene Bürogebäude zu erweitern. Mit der Erweiterung beauftragte man die Wolfsburger Architekten Neumann-Berking und die Bendorf Planungsgesellschaft mbH. In deren Entwurf bestand die Erweiterung maßgeblich in der Aufstockung des vorhandenen Gebäudes. Gleichzeitig wurde die Grundfläche der Aufstockung über den Grundriß des Altbaus hinaus geführt. Beide Maßnahmen erforderten ein strenges Lastenmanagement um die statische Tragfähigkeit des vorhandenen Baukörpers nicht zu überreizen.

Natürlich galt es zugleich, mittels Gestaltung und Materialsprache dem neu entstandenen Gebäude einen eigenständige Charakter zu geben. Als vorgelagerter Baukörper zu einer Wohnanlage mit gleichzeitigem einseitigen Anschluss an ein Erschließungsgebäude sollte natürlich das Ensemble als Ganzes weiterhin Wirkung zeigen.

Aus einer vorherigen baulichen Erweiterung des Bürogebäudes nahmen die Planer ein rundes Element als Form auf und ordneten den Viertelkreis eines Tonnengewölbedach als Gebäudeabschluss an. Rundgauben öffnen die Dachfläche und setzen so die Akzentuierung fort. Die gesamte Aufstockung erstellte man als Holzständerwerk, wodurch die Lasten deutlich reduziert werden konnten. Die Aufstockung selbst umfasst neben einem Vollgeschoß noch ein Dachgeschoß und bietet somit ausreichend Raum für Büros und Archiv des DRK Wolfsburg.

Das Dach sollte zunächst eine Abdeckung aus Zinkstehfalz-Blechen zieren. Dies lies sich jedoch aufgrund der hohen Kosten nicht realisieren. Um eine alternative Abdichtung bemüht, stand weiterhin die profilierte Optik der gerundeten Dachfläche im Fokus. So kam eine flexible Abdichtung in die Auswahl, deren Vorteile zum einen in der fließenden Anpassung an die Dachform liegen, zum anderen an den materialhomogen Strukturprofilen, die eine anspruchsvolle Metalldachoptik vermitteln.

Zum Einsatz kam auf der insgesamt 170 Quadratmeter großen Dachfläche die Dach- und Dichtungsbahn »Evalon« der Trierer alwitra GmbH. Die Hochpolymerlegierung aus Ethylen-Vinyl-Acetat-Terpolymer (EVA) und Polyvinylchlorid (PVC) ist für einlagige Abdichtungen bei allen Flachdach-bauweisen und Verlegearten geeignet. Dabei sorgt der hohe Anteil von hochpolymeren Feststoffen für gleichbleibende Eigenschaften und eine hohe Lebensdauer.

Auch ist die Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn nach Unternehmensangaben aufgrund des ausgewogenen Verhältnisses von Festigkeit und Dehnung thermisch und mechanisch hoch belastbar. Die helle und glatte Oberfläche wirkt schmutzabweisend sowie wärmestrahlenreflektierend. Weder chemische Umweltbelastungen noch schädigende Strahlungen haben Einfluss auf die Funktionalität der Bahn. Ein zusätzlicher Oberflächenschutz ist nicht notwendig.

Die Dach- und Dichtungsbahnen sind je nach Anwendung und Dachaufbau unkaschiert, unterseitig mit Polyestervlies oder Glasvlies kaschiert oder mit unterseitiger Selbstklebeschicht verlegbar. Aufgrund ihrer Bitumenverträglichkeit sind alle Bahnen der »Evalon«-Serien für Dachsanierungen geeignet. Auch sind sie direkt und ohne Trennlage auf allen genormten Dachdämmstoffen sowie anderen üblichen Baustoffen zu verlegen. Zur homogenen Fügung der Bahnen untereinander kommt es wahlweise mittels Heißluft oder Quellschweißmittel.

Mit der Ausführung des fachgerechten Dachaufbaus wurde der Wolfsburger Dachdeckermeister Lutz Gifhorn beauftragt. Im Gesamtaufbau zweigt sich das Dach wie folgt: Tragkonstruktion, Dampfsperre , Mineralwolledämmung, Rauspundschalung, G 200 S4 als Schalungsbahn, Dach- und Dichtungsbahn »Evalon« mechanisch fixiert und an den Bahnennähten mittels Quellschweißen gefügt.

Erst nach der fachgerechten Verlegung der Kunststoff-Dachbahn brachte der Dachdecker die materialhomogenen Strukturprofile auf die Dachfläche auf. Entlang der Bahnennähte ebenfalls mit Quellschweißmittel fixiert, gliedern sie die Fläche.

Anspruchsvoll zeigte sich die Ausbildung der Rundgauben. Ihre Krümmung erforderte eine besondere Vorgehensweise bei der Fixierung der Profile. Statt unmittelbar auf der Gaube, fertigten die Dachdecker Bahn plus Profil nach Maß vor. So konnten die Profile auf den zunächst eben ausgelegten Bahnen problemlos verschweißt werden. Erst nach Aushärtung der Bahn-Profil-Verbindung wurden die selbst erstellten Formteile auf den Gauben verlegt, fixiert und mittels Anschlussstreifen an die Flächenbahn angeschlossen.

Nach Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme zeigt sich die Büroerweiterung des DRK Wolfsburg überaus eigenständig und formenreich. Materialsprache und Gestaltung geben dem Baukörper einen eigenständigen Charakter, auch unterstützt durch die strukturierte Dachabdichtung.

alwitra GmbH & Co., www.alwitra.de



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