Dienstag, den 26. Sep 2017

DGNB kritisiert Novelle zur EnEV 2009

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB kritisiert den aktuellen Referentenentwurf zur Novelle des Energieeinsparungsgesetzes (EnEV). Er sieht eine nur geringe Erhöhung der Einsparanforderungen für Neubauten von durchschnittlich 10 bis 12,5 Prozent vor. Damit verfehlen die geplanten Vorgaben die zunächst anvisierten Zielwerte aus dem Jahr 2009 deutlich. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Steigerung um bis zu 30 Prozent angekündigt.

Laut Manfred Hegger, Präsident der DGNB, ist mit Blick auf die angekündigte Energiewende der Bundesrepublik eine ambitioniertere Erhöhung der Anforderungen zwingend. Nach seiner Meinung ist diese bereits jetzt möglich. Erfahrungen beispielsweise mit DGNB zertifizierten Gebäuden würden zeigen, dass eine Steigerung der Zielwerte um 30 Prozent bei Neubauten schon heute gut erreichbar ist.

Mit den im Referentenentwurf vorgelegten Änderungen der EnEV werden laut DGNB vor allem ohnehin erfolgte Entwicklungen in die Gesetzgebung aufgenommen: Das betrifft beispielsweise die Berechnungsgrundlage etwa bei der Zusammensetzung des Strom-Mix in Deutschland oder den Einsatz von Dreischeibenverglasungen im Referenzgebäude für Wohnbauten. Diese ist inzwischen Stand der Technik und ohne wesentliche Mehrkosten erhältlich.

Die DGNB stellt fest, dass nach dem vorgelegten Entwurf die gesetzliche Grundlage im Wesentlichen unverändert bleiben soll und die Umsetzung höherer Energieeinsparanforderungen wohl weiterhin den Programmen der KfW vorbehalten bliebe. Laut Hegger wirkt sich diese weitgehende Zurücknahme der Ziele zur Energieeinsparung negativ auf die nachhaltige Entwicklung unserer gebauten Umwelt aus. Außerdem erschwere sie den Fahrplan bei der Umsetzung der mittel- und langfristigen Klimaschutzziele 2020 und 2050 für Deutschland.

Die DGNB bedauert die neue Ausrichtung des Entwurfs und fordert die Bundesregierung auf, an der ursprünglich anvisierten Erhöhung der Energieeinsparanforderungen von rund 30 Prozent für die EnEV festzuhalten. Hegger fordert eine Kombination von Fördern und Fordern. Nur auf diese Weise komme die Energiewende voran und nur so werde der Standort Deutschland in seiner technologischen Führerschaft gestärkt. Hegger schließt mit dem Fazit das nur so Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen von energieeffizienten Gebäuden profitiere.

 

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