Dienstag, den 26. Sep 2017

Bausachverständige helfen, Energiestandards einzuhalten

Bauherren müssen immer mehr Anforderungen erfüllen, damit ihre Immobilie die gesetzlich geforderten Energiestandards einhält. Ohne eine Begleitung durch einen unabhängigen Bausachverständigen drohen häufig teure Nacharbeiten. Energiesparen ist das zentrale Thema der Zukunft. Jüngst bezweifelte Bundesumweltminister Peter Altmaier im Rahmen des dritten Petersberger Klimadialogs, dass die bisherigen internationalen Maßnahmen zum Schutz des Klimas ausreichen, um die „2-Grad-Obergrenze einzuhalten.

Das 2-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad über dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. »Wir müssen deshalb alle zusammen mehr tun«, sagte Altmaier jüngst vor internationalen Presse-Vertretern.

Je mehr Menschen beim Umweltschutz mitmachen, umso größer sind die Erfolge. Doch längst ist das keine freiwillige Angelegenheit mehr. So stellt der Gesetzgeber zunehmend Anforderungen an die Energiebilanz einer Immobilie. Besonders Bauherren sollten die beiden entscheidenden Regelwerke kennen: So fordert das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), dass zumindest ein Teil der Heizenergie in Neubauten aus regenerativen Energien stammen muss. Und seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 müssen Neubauten um eine durchschnittlich 30 Prozent bessere Energiebilanz im Vergleich zur Vorgängerregelung aufweisen. Der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung wurde um 30 Prozent verringert, die Anforderung an die Gebäudehülle um etwa 15 Prozent erhöht.

»Noch gilt die EnEV 2009, doch die Nachfolgerin - die EnEV 2012 - steht bereits in den Startlöchern«, so Udo Schumacher-Ritz, Vorstand des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V.. Bei bestimmten Bauvorhaben haben demzufolge Planer und Bauherren bereits den Energie-Standard im Blick, der zum Zeitpunkt der Bauabnahme gelten wird.

»Bei einigen Bauprojekten kann dies durchaus die künftige EnEV 2012 sein, die voraussichtlich ab 2013 gelten wird«, weist Udo Schumacher-Ritz, Vorsitzender des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. hin. Die Experten des VQC wissen aus ihrer täglichen Praxis, dass bei einer Vielzahl von Neubauten die Energievorschriften nicht vollständig beobachtet werden. Die Folge: Die Bauherren müssen für die gesetzlich notwendigen Nachbesserungen während der Bauzeit zusätzlich tief in die Tasche greifen. Dabei wird die Gefahr, das Traumhaus teuer aufrüsten zu müssen, immer größer. Werben doch einige Hausanbieter mit schwammigen Vertragspassagen wie »Wohnhaus mit Dämmpaket« oder Immobilie nach Wärmegesetz» und wiegen Erwerber so in der Gewissheit, die geforderten Energiestandards zu erfüllen. Bei solchen Werbebotschaften folgt der große Schrecken meist erst nach der Vertragsunterschrift.

Für den VQC-Experten Udo Schumacher-Ritz kein Wunder: »Aufgrund der zahlreichen komplexen Gesetzesvorgaben ist es für den einzelnen Bauherren inzwischen nicht mehr möglich, selbständig zu überprüfen, ob sein Eigenheim tatsächlich alle Anforderungen erfüllt.“ Sein Rat lautet daher: »Bauherren, die auf Nummer sicher gehen wollen, dass ihr Haus nach geltendem Recht gebaut wird, entscheiden sich am besten von Anfang an für eine Baubegleitung durch einen unabhängigen Experten.« Dieser sorgt nicht nur dafür, dass das zukünftige Eigenheim die energetischen Ansprüche des Gesetzgebers erfüllt. »Auf Wunsch des Bauherren begleitet der Experte den gesamten Bauablauf und führt während der Bauausführung Stichpunktartig Qualitätskontrollen durch, dies bietet so den besten Schutz vor teuren Überraschungen«, so der VQC-Vorsitzende.

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